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GRUDZIĄDZ / GRAUDENZ a.d. Weichsel     (Westpreussen)

Am rechten Weichselufer gelegen, verdankt auch Graudenz seine Gründung dem Deutschen Orden, der hier um 1234 eine Befestigung anlegte. Ab 1260 wurde diese zur Burg aus Stein ausgebaut. Im Mittelalter entwickelte sich der Ort zu einem regen Handelsplatz. Die noch heute sehr beeindruckenden Wehrspeicher am Weichselufer sind stille Zeugen dieses Wohlstands. Sie wurden erstmals im 14. Jahrhundert erbaut und später erweitert.

Blick über die Weichsel auf die mittelalterliche Stadt Graudenz.
Looking over the Vistula river to the medieval town of Grudziądz.

Auch Graudenz ging dem Deutschen Orden zwischen 1466 und 1772 an Polen verloren. Danach kehrte es als Bestandteil Westpreussens ins Deutsche Reich zurück und fiel 1920 nach dem 1. Weltkrieg abermals an Polen. Zwischen 1939 und 1945 von den Deutschen wieder ins Reich einverleibt, wurde die Stadt zum Ende des 2. Weltkrieges stark zerstört, weil sie von den deutschen Verteidigern zur Festung erklärt worden war. Einst überspannte die zweitlängste Eisenbahnbrücke des Deutschen Reich hier die Weichsel. Sie fiel 1945 aber auch den Kämpfen um Graudenz zum Opfer.

Die 26 Kornspeicher hatten früher Lager- und Wehrfunktion.
The 26 warehouses for grain were also part of the city´s defensive walls.

Rechts die St. Nikolai-Kirche, daneben der Barockturm des einstigen Jesuitenkollegiums. Dieses wurde 1895 erbaut und ersetzte das abgebrannte Rathaus.
To the right: St. Niclas Church. Next to it, the baroque building of the former Jesuit College. It was built in 1895 and replaced the burned down town hall.

Die seinerzeit noch deutsche Stadt Graudenz um 1900. Im Hintergrund: der 1945 zerstörte Burgturm.
The then German city of Graudenz around 1900. In the backround: the castle tower which was destroyed in 1945.

Am Marktplatz von Grudziądz.
On Grudziądz´s market place.

Grudziądz bietet auch im Winter einen reizvollen Blick von oben.
During winter time, Grudziądz also offers a wonderful view from high above.

Die Graudenzer Festungsturm stand (wie auf dieser Fotomontage) bis 1945 oberhalb der Altstadt.
Grudziądz fortress tower stood (as on this photomontage) above the old town until 1945.

Die Reste der Ordensburg liegen an der höchsten Stelle der Stadt.
The remains of the Teutonic Order´s Castle are located at the highest place in town.

Eine zeitgenössische Ansicht des alten Festungsturms.                                                            (Bild: wikipedia.org)
A contemporary view of the old fortress tower.

An den Eingang zur Burg erinnern heute nur noch Reste des Tors.
Only this little gate reminds us of the former entrance to the castle.

Die traurigen Stücke des ehemaligen Festungsturms, der 1945 zerstört wurde.
The sad remains of the watchtower of the former fortress. It was destroyed in 1945.

Graudenz, wenn die Nacht hereinbricht.
Grudziądz at nightfall.

Auch im Winter bietet die Stadt einen sehenswerten Anblick.                        (Foto: Roman Stekowski, wikipedia.org)
The city is offering a splendid scenery also during winter time .                                 

                                                                                                                         (Foto: Roman Stekowski, wikipedia.org)

Die heutige Stadt Graudenz/Grudziądz weist immer noch eine Vielzahl prächtiger Häuser in der Innenstadt aus. Die meisten von Ihnen scheinen jedoch seit 100 Jahren nicht mehr von aussen renoviert worden zu sein. Sicherlich einmalig und in einem gutem Zustand sind die grandiosen Wehrspeicher am Weichselufer, die ihresgleichen suchen.

Die wirklich aussergewöhnliche Stadt am Weichselufer lohnt einen Besuch!

SZYNYCH & SOSNÓWKA (Schöneich & Schönsee)

Auch im Umland von Graudenz findet man heute noch zahlreiche (wenn auch oft sehr versteckte) Spuren der früheren deutschen Bevökerung. Viele Deutsche hatten auch nach der Entstehung des polnischen Staates im Jahr 1920 hier weiter gelebt. Erst 1945 flohen diese Menschen vor der heranrückenden Sowjet-Armee.

Unter dieser Bevölkerungsgruppe gab es auch viele Mennoniten, deren Spuren (vor allem) in Form von Gräbern teilweise erhalten sind. Die polnische Regierung bemüht sich derzeit diese historischenSpuren wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

So zeugt auch der heute hinter der Kirche von Szynych (Schöneich/Westpreussen) südlich von Graudenz stehende Gedenkstein von einer vergangenen Zeit.

Dieser Stein auf der Rückseite der Kirche erinnnert an eine 30.000 Taler Spende der ost- und westpreussischen Mennoniten an König Friedrich Wilhelm III. im Jahr 1806. 2011 wurde das Kirchenareal komplett renoviert.
This stone reminds of the East- and Westprussian Mennonites´ donation of 30.000 Taler to King Frederick William III. in the year 1806. In 2011 the premises of the church were completely refurbished.

Unweit obiger Mennoniten-Gräber stand die Kirche von Schönsee (Sosnówka), vor der 1911 das Denkmal aus schwarzem Granitstein ursprünglich aufgestellt war. Nach der Zerstörung der Kirche in 1945, wurde das Denkmal geborgen und an den heutigen Ort nach Schöneich (Szynych) verbracht. Erhalten ist ebenso noch der Inhalt des Grundsteins mit einem Bildnis des Mennonitengründers Menno Simons, zusammen mit den damals eingemauerten Papieren (siehe unten).
Close to above Mennonites´ graveyard once stood Schönsee´s church, where the said black granite memorial was erected in 1911. After the church had been destroyed in 1945, the memorial was taken to its current location at Szynych.

Links sieht man den Deckel der Plombe aus dem Grundstein des Denkmals von 1911 mit dem Abbild von Menno Simons. Trotz der kriegsbedingten Zerstörung der Mennoniten-Kirche in 1945, überlebte das damals davor befindliche Denkmal mit seinem Grundstein. Dessen obiger Inhalt wurde jedoch illegal entwendet und dem Autor im Sommer 2011 als Fotografie gezeigt. Rechts ein Foto des Bodendeckels der Kartusche, die noch die Gravur des Herstellers aus Graudenz/Westpreussen vom 6. Mai 1911 trägt.
The items above were inside the cartridge which used to be part of the mentioned memorial´s foundation-stone and were illegally taken from its original location. In summer 2011 photos of the two lids of the cartridge were shown to the author.

Links: Im Grundstein muss sich 1911 auch folgender Text befunden haben: “Abtragen einer Grundschuld”. Auf mehreren Seiten schildert Johann Bartel, der Älteste der Mennoniten-Gemeinde Schönsee (damals Kreis Kulm), die Probleme die zur Errichtung des Denkmals benötigten 1.000 Mark zusammen zu bekommen.
Rechts: Auf dem Metallschild steht “Mennoniten-Gemeinde zu Hamburg & Altona”.
Left: The text above must have also been part of the memorial´s foundation-stone which was layed in 1911. Here, Johann Bartel, head of the Mennonites´ community desribes the difficulties to collect the necessary amount of 1.000 Marks to make the purchase of the memorial possible.


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