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KAΛИHИГPAД / KÖNIGSBERG                (Ostpreussen)

Kaum ein Ort ist ein Symbol für so viel Kriegsleid wie die Stadt am Pregel. Die offizielle Gründung von Königsberg begann mit der Eroberung von prussischen Siedlungen durch den Deutschen Orden im Jahre 1255. Dort, wo sich vorher eine hölzerne Burg dieses baltischen Volkes erhoben hatte, wurde 1257 eine befestigte Anlage durch die Ordensritter errichtet und nach König Ottokar von Böhmen ernannt, der dem Orden bei der Eroberung des Samlands Hilfe leistete. Im Schutz der Burg wurden nach und nach deutsche Siedler hergeholt, die das Land des unterworfenen Volkes urbar machten. Die noch heidnischen Ureinwohner wehrten sich anfangs jedoch tapfer gegen den Orden, hatten aber langfristig wegen der überlegenen Ausrüstung der Deutschen keine Chance.

Der zwischen 1330 und 1382 errichtete Dom wurde vor einigen Jahren wieder aufgebaut, nachdem er im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört worden war.
The cathedral was built between 1330 and 1382 and was reerected some years ago after it had almost fully been destroyed in World War II.

Königsberg erhielt 1286 das Stadtrecht und wurde 1340 Mitglied der Hanse. Als die Marienburg 1457 an das Königreich Polen-Litauen abgetreten werden musste, zog der Hochmeister des Deutschen Ordens nach Königsberg. Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg wurde Ostpreussen vom Rest des Reiches getrennt, was zu grossen wirtschaftlichen Problemen führte. 1944 wurde die Stadt von den Briten schwer bombardiert und als 1945 die Rote Armee Königsberg erreichte in den Verteidigungskämpfen fast vollständig zerstört. Die noch verbliebenen Bewohner flohen zu tausenden in Richtung Westen. Die Zahl der Todesopfer war unbeschreiblich. Die Burg des Deutschen Ordens überlebte den Krieg ebenfalls nicht, die Reste wurdem kurz nach Kriegsende gesprengt und beseitigt. Angeblich gibt es Pläne, diese wieder aufzubauen.

Eines der wenigen Gebäude aus der deutschen Zeit: Die Börse von Königsberg war einst Zentrum des weltberühmten Getreide- und Produkthandels. In seinem riesigen Börsensaal fanden so manche Königsberger Tanzveranstaltungen statt.
One of the few buildings dating from the German era: This was once the world famous Königsberg trading hall for grain and other products. Inside the large hall quite a few balls were held, too.

Das königliche Tor trägt auch unter russischer Herrschaft diesen Namen.
The Royal Gate kept its name also under Russian rule.

Der Dohnal-Turm war Teil einer Befestigungsanlage am Obersee und wurde 1859 erbaut. Er beherbergt heute das Königsberger Bernsteinmuseum.
The Dohna-Tower used to be part of a fortress on the banks of the Obersee and was built in 1859. It now hosts Königsberg´s amber museum.

Auch in Kaliningrad versucht man der post-sowjetischen Tristesse zu entkommen.
One also tries to escape from post-soviet tristesse in Kaliningrad.

Ein Gebäude der ehemaligen sowjetischen Verwaltung erinnert noch sehr an das frühere Schloss Friedrichstein bei Königsberg. Davor das Denkmal Peter des Grossen.
A building of the old Soviet administration looks similar to the former Friedrichstein Castle which was located close to Königsberg. In front of it the statue of Peter the Great.

Die alten Speicher am Pregel erinnern noch an die Zeit vor dem 2. Weltkrieg.
The old warehouses remind us of the time prior to the 2. Word War.

Das Kant-Denkmal.
The Kant memorial.

Bernstein-Museum Königsberg.
Amber museum Kaliningrad.

Königsberg liegt seit 1945 als russische Stadt Kaliningrad weit ab von Deutschland. Nach dem Verfall der ehemaligen Sowjetunion, ist sie mittlerweile zudem eine russische Enklave mitten in der Europäischen Union (zwischen Polen und Litauen) geworden. Dadurch wird in Zukunft die Stadt wahrscheinlich noch mehr wirtschaftlich zurückfallen als bisher.


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