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Wer von der Stadt Graudenz (Grudziądz) ostwärts in Richtung Lessen (Łasin)
fährt, kommt nach etwa 15 Kilometern an die Stelle, wo die Gardenga in die Ossa mündet. In den dicht bewaldeten Hügeln an dieser Stelle erbaute auf einer Bergkuppe der Deutsche Orden die Burg Roggenhausen. Zuvor soll hier die prussische Festung Rogaw gestanden haben, die von den Ordensrittern im 13. Jahrhundert erobert wurde. Um 1270 begann der Orden die Burg mit Steinen auszubauen und siedelte in ihrem Schutz deutsche Siedler an. Seit 1285 war Burg Roggenhausen eine Komtur, seit 1333 Sitz eines Vogts. 1454, im ersten Jahr des Dreizehnjährigen Krieges, brannte die Burg aus und wurde danach von den Gegnern des Ordens besetzt. Von 1466 bis 1772 gehörte die Anlage zu Polen. Nach der ersten polnischen Teilung kam sie an das Deutsche Reich (Westpreussen) zurück und wurde in eine königliche Domäne umgewandelt. Seit 1920 ist sie wieder polnisch.
Leider verfiel Burg Roggenhausen im Laufe der Zeit und wurde unter anderem (1776-1789) als Steinbruch für die Festung Graudenz benutzt. Heute erinnert nur noch der 21 m hohe Torturm an die einstige Pracht
dieser Festung.
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