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COBETCK / TILSIT an der Memel        (Ostpreussen)

Tils´chen, mein Tils´chen wie schön bist du doch - ich lieb dich heut’ noch wie einst, die Sonne, sie wäre ein finsteres Loch, wenn du sie nicht manchmal bescheinst ...

Zwischen den Jahren 1406 und 1409 baute der Deutsche Orden an der Mündung der Tilse in die Memel eine Burg als Befestigung gegen die benachbarten Litauer. An dieser Stelle hatte vorher hier seit 1365 die Burg Splitter gestanden. Am Südufer der Memel gelegen, war Tilsit früher ein Zentrum des Holzhandels und der Holzindustrie. Seit ab etwa 1525 der Handel mit Litauen aufblühte und Tilsit 1552 das Stadtrecht erhielt, ging es hier stetig wirtschaftlich bergauf. Ab 1833 führte die Poststrasse von Berlin nach St. Petersburg an der Stadt vorbei, 1865 wurde der Ort an das Bahnnetz angeschlossen. Berühmtes Erzeugnis der Stadt ist der Tilsiter Käse. Käsereien gab es wohl schon während der Zeit des Deutschen Ordens, jedoch brachten wohl zugewanderte niederländische Mennoniten und evangelische Salzburger Glaubensflüchtlinge neuartige Rezepte mit nach Ostpreussen. Der Tilsiter Käse war geboren.

Blick von Tilsit über die Memel nach Litauen. Die alte Stadt hat nach 1945 ihr Gesicht völlig verloren.
Looking from Tilsit over the Memula river to Lithuania. The city completely lost her face after 1945.

Die “Königin-Luisen-Brücke” entstand 1907 als Ersatz für die Schiffsbrücke von 1767. Sie ist heute der Grenzübergang zwischen Russland und Litauen und somit Aussengrenze der EU. Auf der anderen Seite sieht man das frühere “Memeland” im heutigen Litauen.
The “Queen Luise Bridge” was built in 1907 and replaced a bridge from the year 1767. Today, it crosses the stateline between Russia and Lithuania and is therefore the outer border of the EU. On the other side is the former Memelland in today´s Lithuania.

Durch den “Tilsiter Friden” wurde der Ort europaweit bekannt, als am 07. und 09. Juli 1807 Napoleon I. einen Friedensvertrag zwischen Frankreich, Russland und Preussen hier unterzeichnete und Preussen dadurch einen grossen Teil seiner Gebiete verlor.

Im Oktober 1944 sprengten Soldaten der Deutschen Wehrmacht die Königin-Luise-Brücke, um den heranrückenden Sowjets den Übergang über die Memel zu nehmen. Heute steht nur noch das berühmte und wieder errichtete neobarocke Portal der Brücke, die bis vor dem letzten Krieg drei grosse Stahlbögen aufwies.

Königin Luise befindet sich immer noch an alter Stelle.
Queen Luise still finds herself at the old place.

Der bekannte Tilsiter Käse. Immer weniger Menschen wissen, dass Tilsit einst in Deutschland lag.
The well-known Tilsit cheese. A still declining number of people know that Tilsit once was located in Germany.

Die deutsche Zeit von Tilsit endete dennoch im Frühjahr 1945, als Bombardements die Stadt um 50% zerstörten und das nördliche Ostpreussen der Sowjetunion einverleibt wurde. Der Name des Ortes wurde gemäss der kommunistischen Terminologie in  “Sowjetsk” umbenannt. Heute liegt Tilsit/Sowjetsk in der von EU-Staaten umgebenen russischen Exklave Königsberg/Kaliningrad und ist Grenzstadt zu Litauen.

Dieser Stein erinnert uns an den Tilsiter Frieden.
This old stone commemorates the Peace of Tilsiit.

Der Elch von Tilsit steht seit 2006 - nach 60-jährigem Exil im Königsberger Zoo - wieder in seiner Heimatstadt.
The Elk of Tilsit returned to his home town in 2006 - after a 60-year exile in Königsberg/Kalingrad´s zoo.

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