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BIAŁA GÓRA / WEISSENBERG                 (Ostpreussen)

Weissenberg wurde das erste Mal im Jahre 1553 erwähnt. Nach alten Aufzeichnungen waren hier damals ein Wirtshaus und eine Weichselfähre angesiedelt. Zur Zeit als die Prussen hier noch lebten befand sich in der Nähe die Burg Zantir, die später vom Deutschen Orden übernommen wurde. Zum Ende des 13. Jahrhunderts verlegte der Orden seinen Sitz ans weiter nördlich gelegene Nogat-Ufer, wo die Marienburg enstand. Zum Burgenbau sollen dabei die Steine der Festung Zantir genutzt worden sein, die dadurch komplett abgetragen wurde und heute nicht mehr aufzufinden ist.

Weissenberg, das heutige Biała Góra, liegt an einer Schleife der Weichsel.

Weissenberg wäre später sicherlich geschichtlich vollkommen bedeutungslos geworden, hätte nicht der “Heimatdienst Westpreussen” und der “Reichsverband der heimattreuen Ost- und Westpreussen” hier 1930 an das deutsch-polnisch-danziger Dreiländereck ein 8 Meter hohes Steinkreuz aufgestellt. Der Weichsel zugewandt, schaute das “Westpreussenkreuz” von den weissen Hügeln des rechten Weichsel-Stromes über den damaligen “polnischen Korridor” ins weit westlich liegende Deutsche Reich. Die Ostpreussen hatten nach 1920 die Hoffnung gehabt, dass die Auswirkungen des Versailler Vertrages (nämlich die Wiederentstehung des polnischen Staates und die dadurch entstandene geographische Trennung vom Deutschen Reich) nur vorübergehend waren. Wie wir alle wissen, war dem nicht so.

Das ehemalige Dreiländereck (zwischen 1920 und 1945) bei Weissenberg/Biała Góra. Das Foto entstand auf ehemals ostpreussischem Boden. Der rechte Landzipfel gehörte damals zum Freistaat Danzig, das Land auf der anderen Seite der Weichsel (im Hintergrund) gehört bereits zu Polen (dem besagten “polnischen Korridor”). Der Fluss der von der Weichsel in Richtung des Fotografen abzweigt, ist die Nogat. Sie fliesst später auch an der Marienburg vorbei. Respekt: 2008 wurde der ehemalige Grenzstein (der Fels im Bild), der die Namen der 4 Städte auf dem Gebiet der Freien Stadt Danzig trägt (nämlich Zoppot, Tiegenhof, Neuteich und Danzig) von Polen wieder an die alte Grenze gestellt.

So sah es einmal aus, das gute Stück. Es trug einst die Aufschrift: “Westpreußen, dem unteilbaren Weichsellande”.

Die Lage von Weissenberg: Ganz links der Weichselbogen und die davon abzweigende Nogat. Das kleine Kreuz unterhalb der Schrift “Weißer B.” (rechte Bildmitte), zeigt den Standort des Westpreussenkreuzes.
(Kartenquelle: www.mapy.eksploracja.pl)

Den Sockel des Kreuzes zierten einst die Wappen des Deutschen Ordens, Ostpreussens und Westpreussens, sowie ein leeres Wappenschild, welches für Danzig vorgesehen war - wenn diese Stadt wieder Provinzhauptstadt Westpreussens geworden sein würde. Ergänzt wurde es durch die Inschrift “Westpreußen dem unteilbaren Weichselland.”

Heute kaum noch im Unterholz zu erkennen: Die Reste des Westpreussenkreuzes!

Der etwa 2 Meter hohe Stumpf des einst so mächtigen Kreuz. Wer weiss heute noch, das es einst hier stand, am südwestlichsten Zipfel Ostpreussens? 1945 zerstörten es die Russen auf Ihrem Weg nach Berlin ...

Der Grundstein des Kreuzes zeigt noch die Markierung “1930” und das Eiserne Kreuz dahinter.

Von den weissen Hügeln am Kreuz hat man einen schönen Blick herunter auf die Weichsel/Wisła.

Auch das ehemalig ostpreussische Weissenberg befindet sich seit 1945 in Polen. Wer die Reste des zerstörten Westpreussenkreuz besuchen möchte: Das Kreuz befindet sich auf einem bewaldeten Hügel etwa 300 Meter in vor den ersten Häusers von Biała Góra. Zur Orientierung: An der linken Strassenseite befindet sich ein kleiner Parkplatz. Von dort aus sind es keine 100 Meter zum Kreuz. Einfach dem Forstweg/Trampelpfad folgen.



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