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GRUNWALD / TANNENBERG        (Ostpreussen)

Der kleine Ort Tannenberg im ehemaligen Ostpreussen ist heute in Deutschland vielen Menschen immer noch ein Begriff (Sieg über die Russen und deren Vertreibung aus Ostpreussen im Jahr 1914). Für die Polen jedoch ist das Nachbardorf Grünfelde (polnisch: Grunwald) das Synonym für den Sieg der Polen über deutsche Expansionsgelüste in Richtung Osten. Am 15. Juli 1410 kam es an dieser Stelle zu der alles entscheidenden Schlacht um die Vorherrschaft im ehemaligen Land der Prussen und dem angrenzenden Baltikum. Das vereinte polnisch-litauische Heer um den Polenkönig Wladislaw II. schlug zwischen den Orten Grünfelde und Tannenberg das Heer des Deutschen Ordens so vernichtend, dass dieser sich nie wieder davon erholte. Hochmeister Ulrich von Jungingen und 200 Ordensritter fielen in der Schlacht. Das Ordensheer wurde aufgerieben und die Sieger erbeuteten alle 51 Banner und brachten sie in den Dom von Krakau. König Wladislaw eroberte danach noch einige Ordensburgen. Jedoch gelang es im Frieden von Thorn den Fortbestand des Deutschen Ordensstaates zu sichern.

Die Bezahlung seiner Söldner und das Lösegeld für die Gefangenen trieb den Orden in den Ruin. Seine Vorherschaft im Osten war somit dauerhaft gebrochen. Aus diesem Grund lässt sich auch verstehen, welche grosse Bedeutung in Polen dieser Schlacht beigemessen wird.

Seit 1960 erinnert eine polnische Siegessäule an den Sieg über den Deutschen Orden in Grunwald/Tannenberg.
Since 1960 a Polish memorial commemorates the victory over the Teutonic Order at Grunwald.

Die vom Deutschen Orden 1411 nach der Schlacht erbaute Kapelle zum Gedenken an die gefallenen Mitstreiter wurde im Laufe der Jahrhunderte zerstört und mittlerweile wieder befestigt. Man vermutet, dass an dieser Stelle der Hochmeister fiel.
This chapel was built by the Teutonic Order in 1411 after the battle, and was a memorial for the fallen soldiers of the order. Destroyed, as the centuries passed by, it has now been refurbished. One assumes that the grandmaster fell at this spot.

Eine steinerne Schautafel stellt die damalige Kampfhandlung nach.
A stone board explains how the battle took place.

Sind das die kaum identifizierbaren Reste des ehemaligen “Jungingensteins”? Die heute polnische Inschrift erklärt, dass an dieser Stelle der Hochmeister des Deutschen Ordens am 15. Juli 1410 im Kampf starb. Der in deutscher Sprache beschriftete Originalstein wurde jedoch zur Eröffnung des Grunwald-Denkmals grösstenteils “neutralisiert”.
Are these the remains of the “Stone of Jungingen”? The Polish writing explains that on 15. July 1410 the Grandmaster of the Teutonic Order was killed here. The original stone with its German text was more or less “neutralised” when the Polish memorial was opened.

Ulrich von Jungingen - der Hochmeister des Deutschen Orden - lebt! Zumindest bei den jährlich wiederkehrenden Ritterspielen im ostpreussischen Tannenberg / dem masurischen Grunwald.
Ulrich von Jungingen - Grandmaster of the Teutonic Order - is still alive! At least during the annual knight games in the East Prussian Tannenberg / Masovian Grunwald.

Amateur-Ritter aus Polen, Litauen und Deutschland stellen heute in einem vereinten Europa die Kampfhandlungen vor 600 Jahren nach!
Amateur knights from Poland, Lithuania and Germany replay the 600 year old battle - in a now united Europe!

Die (für die Deutschen erfolgreichere) zweite Schlacht von Tannenberg fand vom 23. - 31. August 1914 statt. Unter der Führung von Paul von Hindenburg gelang es die Truppen des russischen Zaren durch die bis dahin grösste Einkreisungsschlacht zu bezwingen und Ostpreussen wieder zurück zu erobern. Als Erinnerung an diesen Sieg wurde 1927 südlich der nahen Stadt Hohenstein (Olsztynek) damals eine kranzartige Steinanlage erbaut, in der später auch Reichspräsident Hindenburg und seine Frau ihre letzte Ruhestätte fanden. 1945 wurde das “Reichsehrenmal” von der Deutschen Wehrmacht gesprengt, der Leichnam Hindenburgs westwärts ins Reich transportiert. Man hatte zu grosse Angst, dass dieser von der bereits heranrückenden Roten Armee geschändet und in Moskau zur Schau gestellt würde.

Auch Tannenberg gehört seit dem Verlust Ostpreussens zu Polen. Die polnische Anlage ist vom (ausländischen) Tourismus weitgehend verschont und liegt unweit von Allenstein (Olsztyn) bzw. Hohenstein (Olsztynek) in landschaftlich schöner Lage. Die einige Kilometer entfernte deutsche Anlage ist komplett zerstört worden und bietet nur noch Mauerreste zum Besichtigen.

Historische Ansichten des 1945 gesprengten “Reichsehrenmal” aus der deutschen Zeit:

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